Donnerstag, 26 April 2018 12:30

Brauerei Gebr. Sünner, Köln

Kaum eine Stadt auf der Welt ist so mit ihrem Bier verbunden wie die Stadt Köln mit ihrem Kölsch. Dabei ist Kölsch weit mehr als einfach nur ein Bier. Es ist Lebensart, es ist eine Sprache. Den Grundstein für den Erfolg des Kölschbieres legte die Brauerei Sünner bereits im Jahre 1918, als sie ihr obergäriges Helles mit dem Slogan „echt Kölsch“ bewarb.


Suenner 002Mitten im Herzen von Köln-Kalk liegt die Brauerei Gebr. Sünner, und damit op d’r Schäl Sick, auf der falschen Rheinseite, wie der Kölner so schön sagt. Und somit geht auf der falschen Rheinseite nicht nur die Sonne auf, auch die älteste noch aktive Kölschbrauerei befindet sich hier. Gegründet wurde sie im Jahre 1830 durch Franz Hess, einem Schwager von Christian Sünner. Damals lag sie noch an der Deutzer Freiheit direkt an der einzigen Brücke über den Rhein. Ein strategisch cleverer Standpunkt. Denn bei der Brücke handelte es sich um eine Pontonbrücke, welche immer wieder für die Schiffahrt geöffnet wurde. So kam es regelmäßig dazu dass die Kutscher mit ihren Fuhrwerken an der Brücke vor der Brauerei warten mussten. Da bietet sich ein frisch Gezapftes doch geradezu an. Nach dem Tode der Eheleute Hess übernahm Christian Sünner die Brauerei und zog mit ihr im Jahr 1858 nach Köln-Kalk auf den heutigen Standort, einem ehemaligen Zechengelände, auf welchem die „Zechenbrauerei“ zwei Jahre später ihren Betrieb aufnehmen konnte. Im Jahr 1906 wurde ein obergäriges helles Bier gebraut, welches sich anschickte nach und nach die ganze Stadt zu erobern. Ab dem Jahr 1918 wurde durch den Werbespruch „echt Kölsch“ erstmals auf die regionale Herkunft hingewiesen. Von nahezu allen Brauereien aus Köln wurde dies in der Folgezeit aufgegriffen und übernommen. Dies mündete letztlich in der Kölsch-Konvention des Kölner Brauerei Verband im Jahr 1985, sowie Jahre später in der EU geschützten Herkunftsbezeichnung des Bierstils Kölsch. Von nun an darf ein Kölsch nur dann Kölsch heißen wenn es in Köln gebraut wurde. Bestandsschutz haben Brauereien, welche bereits vor der Kölsch Konvention außerhalb von Köln Kölsch gebraut haben.
Die Sünner Brauerei befindet sich auch heute noch auf dem Gelände der ehemaligen Zeche. Der Name „Zechenbrauerei“ ist noch immer in der gelb verklinkerten Fassade des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes zu lesen. Das Brauereigebäude ist zudem das älteste noch in ursprünglicher Funktion erhaltene Industrie-Denkmal der Stadt Köln.
Suenner 003Gebraut werden hier ca. 35.000 hl im Jahr. Pro Sud werden 150 hl gebraut, vergoren wird in offenen Gärbottichen. Neben dem Kölsch wird ein Weizen und Lager sowie seit wenigen Monaten mit dem Hircus auch ein dunkler Bock gebraut. Hauseigene Limonade, Mineralwasser sowie ein Malztrunk runden das Angebot ab. Sämtliches Wasser kommt aus eigenem Brunnen, einem unterirdisch aus dem Bergischen Land kommenden Wasserstrom. Dieses Wasser wird für alle Produkte aus dem Hause Sünner verwendet. Ebenso wird hier auch ein eigener Hefestamm verwendet. Hier wird jedoch nicht nur gebraut. Von Beginn an war Sünner nicht nur Brauerei, sondern auch Brennerei. Neben Gin und Korn in den verschiedensten Variationen gibt es noch weitere hochprozentige Spezialitäten. Der Weizen hierfür kommt von einem Bauern aus Köln-Poll, nur wenige Kilometer Entfernt von der Brauerei.
Zu Beginn der 2000er Jahre wurde die Brauanlage komplett modernisiert. Jedoch fand die Modernisierung sehr behutsam statt. Wenn man das Sudhaus betritt macht man zunächst eine Zeitreise zurück in die 50er Jahre. Man könnte fast das Gefühl bekommen es hätte sich seit dieser Zeit nichts mehr verändert, jedoch befindet sich unter den kupfernen Pfannen modernste Technik. Wer will kann während einer Führung noch weiter in der Geschichte zurück reisen. Eine Dampfmaschine sowie eine Kältemaschine aus dem Jahr 1890 sind glücklicherweise nie entsorgt worden und daher noch heute zu bewundern. Etwa 10.000 Besucher pro Jahr lassen sich das Herz der Brauerei zeigen.
Derzeit sind 40 Mitarbeiter in der Brauerei tätig, welche sich noch immer im Besitz der Nachfahren des Gründers befindet, mittlerweile in sechster Generation. Zu genießen sind die Bierchen in den verschiedensten Lokalen in Köln aber natürlich auch in der Brauerei selber. Bei schönem Wetter lädt selbstverständlich der eigene Biergarten ein. Aber auch der Sünner-Keller, ein Gewölbekeller aus der Gründungszeit ist ein Besuch mehr als wert. Dieser befindet sich direkt unter der Brauerei und diente zu früheren Zeiten als Eiskeller.

Brauerei Gebr. Sünner
Kalker Hauptstr. 260
51103 Köln

Öffnungszeiten:
Dienstag – Donnerstag: ab 17 Uhr
Freitag & Samstag: ab 15 Uhr
Sonn- und Feiertags: ab 17 Uhr

www.suenner-brauerei.de
www.suenner-keller.de
www.facebook.com/suennerbrauerei

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    Alkohol: 6,2 %
    Stammwürze: -
    Bittereinheiten: 55 IBU

    Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Doldenhopfen, Hefe

    Herkunft: Düsseldorf / NRW

    Geschmacksprofil:
    Der Hopfen zieht recht schnell mit seinen grasigen sowie blumigen Aromen die Aufmerksamkeit auf sich und sorgt schon fast dafür dass man das Glas, einmal in der Hand, nicht mehr absetzen möchte. Karamell und Toffee kümmern sich um ein durchaus süffiges Genusserlebnis. Kräuteriger Hopfen und eine anständige Bittere lassen das Jrön zum Ende hin angenehm trocken erscheinen.

    Anmerkung:
    Jährlicher Gemeinschaftssud mit erntefrischem Hopfen zwischen Uerige aus Düsseldorf und Kehrwieder aus Hamburg. Gebraut in Düsseldorf bei Uerige.

    www.uerige.de

    www.kehrwieder.beer

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