Donnerstag, 21 März 2019 12:40

Brauerei Schlüffken, Krefeld

Bereits im Jahr 1870 wurde auf Druck verschiedener Seidenbarone in Krefeld der Bahnhof Crefeld-Nord gebaut. Er gilt als ältestes Bahnhofsgebäude der Stadt und steht unter Denkmalschutz. Im Jahre 1902 wurde der Bahnhof besonders herausgeputzt, da Kaiser Wilhelm II mit seinem Gefolge in der Stadt zu Besuch war. 50 Jahre später wurde der Personenverkehr eingestellt. Was nicht bedeutet es würden hier keine Züge mehr fahren. Seit Mai 1980 fährt hier die Dampflock „Graf Bismarck XV“, in Krefeld umgangssprachlich „Schluff“ genannt, regelmäßig während der Sommermonate den Bahnhof an. 1991 wurde das Bahnhofsgebäude durch die Familie Furth der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht, und zwar als Gastronomie. Das Restaurant Nordbahnhof ist über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und wird gerne besucht.  Im vergangenen Jahr wurde der Nordbahnhof, und nicht zuletzt die Stadt Krefeld, um eine Attraktion reicher: der Brauerei Schlüffken am Nordbahnhof.


schlueffken 002aWenn man in Krefeld essen gehen möchte, ist man u.a. im Nordbahnhof stets gut aufgehoben. Traditionelle Rheinische Küche sowie weitere kulinarische Spezialitäten gibt es hier. Aber zur Rheinischen Küche gehört natürlich auch ein Getränk, welches typisch für das Rheinland ist. Da wären wir beim Altbier. Das kann man als Gastronom als Fassware kaufen und ausschenken, oder einfach selber brauen. Die zweite Generation des Familienbetriebes war der Meinung es selber zu brauen. Das ist natürlich keine einfache Entscheidung, die Geschwister Anne und Johannes Furth nahmen sich die dafür benötigte Zeit. Und diese Zeit wurde sinnvoll genutzt. Anne Furth sammelte während eines längeren Praktikums in einer Münchner Brauerei viel wertvolle Erfahrung, Johannes Furth absolvierte nach seiner Ausbildung zum Koch in Florenz  noch in München eine Ausbildung zum Biersommelier. Zuhause am Nordbahnhof wurde während der Findungsphase auf einem 5 hl Sudwerk mit dem Brauen und ausfeilen der Rezepte begonnen. Und irgendwann kam dann der Startschuss für die eigene Brauerei. Nun steht hier ein Drei-Geräte-Sudhaus von Caspar Schulz aus Bamberg. Im September 2018 wurde es installiert, am 04. Dezember war feierliche Eröffnung. 20 hl können pro Sud gebraut werden, die Gärung findet in offenen Gärtanks statt. Verantwortlich für die Biere ist Braumeister Mario Röhm, der Johannes Furth während seiner Meisterschule in München kennenlernte.
schlueffken 003aVerbraut werden heimische Zutaten. Sämtliche Malze kommen von Weyermann aus Bamberg, der Hopfen, Hopfenpellets, stammt aus der Hallertau.
Man versteht sich als klassische Hausbrauerei, so wird hier derzeit Pils und Alt gebraut. Saisonale Bierspezialitäten sollen das Angebot in Zukunft ergänzen. Abgefüllt und etikettiert werden die Biere von Hand in 1 Liter-Bügelflaschen. Die Entscheidung fiel ganz bewusst auf große Flaschen, denn diese stehen für Geselligkeit. Selten macht man sich eine große Flasche alleine auf. Genauso wenig geht selten jemand in eine Brauerei um dort alleine sein Bierchen zu genießen. Was die Schwemme für die Brauerei ist, ist die 1 Liter-Flasche für den heimischen Verzehr.
Wer es etwas größer mag für z.B. Familienfeste oder Betriebsfeiern, die Biere werden auf Bestellung auch in Fässer abgefüllt. Neben dem traditionellen Anstichfass, dem Pittermännchen, auch in 30 und 50 L Fässer.
Frisch vom Fass gibt es die Biere stets im Restaurant Nordbahnhof. Dort ist auch der Rampenverkauf, wo die Flaschen erhältlich sind. Das Sudhaus selbst öffnet für diverse Veranstaltungen, welche regelmäßig auf Facebook oder der Homepage angekündigt werden, seine Türen.
Ebenso sind die Biere in ausgesuchten Restaurants sowie Getränkemärkten erhältlich.

Brauerei Schlüffken
Preußenring 130
47798 Krefeld

www.schlueffken.de
www.facebook.com/SchlueffkenBrauerei

Ähnliche Artikel

  • Walter Bräu Büderich, Wesel-Büderich Walter Bräu Büderich, Wesel-Büderich

    Büderich ist ein linksrheinisch gelegener Stadtteil von Wesel, verbunden über die Niederrheinbrücke. Jedoch war Büderich viele Jahrhunderte eigenständig, der älteste noch erhaltende Abdruck des Stadtsiegels stammt aus dem Jahr 1316. In der damaligen Zeit war es durchaus üblich eine Stadt mit einer Stadtmauer zu versehen. So auch in Büderich. Zur Finanzierung des Ausbaus bekamen die Büdericher vom Graf von Kleve das auf ewig zweckgebundene Recht, in der Stadt Bier zu brauen, zu zapfen und darauf Steuern zu erheben. Die Stadtmauer existiert heute nicht mehr, Bier wird dennoch gebraut und gezapft, und zwar von Walter Bräu Büderich.

  • Bockbier-Tasting am 04. Oktober im Jules Papp Bockbier-Tasting am 04. Oktober im Jules Papp

     Natürlich erfreuen wir uns noch am Sommer, welcher in der nächsten Zeit weiterhin unser Begleiter sein wird. Genießen bei wärmenden Sonnenstrahlen das ein oder andere erfrischende Bierchen dabei. Aber es hindert uns nicht daran ein wenig nach vorne zu schauen, denn bis zum Herbst ist es auch  nicht mehr wirklich lange hin. Die Natur bereitet sich dann auf die kühle Zeit vor, sie verfärbt sich, die Bäume verlieren langsam ihre Blätter, Stauden und Pflanzen ziehen sich zurück.
    Auch die erfrischenden und spritzigen Bierchen, die wir vielleicht den Sommer über gerne getrunken haben, ziehen sich ein wenig zurück. Neue Biere kommen und erblicken nun das Licht der Welt. Dunklere Biere beispielsweise, mit höherem Alkoholgehalt. Biere, die nicht mehr unbedingt erfrischend wirken, sondern von innen wärmen sollen. Diese Biere möchten wir gerne mit Euch gemeinsam verkosten. Darum laden Jules Papp und Bier-aus-NRW.de zu einem Bockbier-Tasting ein. Verschiedene Bockbiere warten auf Euch, welche wir gemeinsam mit Euch verkosten möchten.

  • Brauhaus Kalkarer Mühle, Kalkar Brauhaus Kalkarer Mühle, Kalkar

    Kalkar ist zumindest der fortgeschrittenen Generation noch ein Begriff. Wurde hier doch in den 1970er Jahren der Schnelle Brüter, ein Atomkraftwerk, gebaut, was immense Proteste in der Bevölkerung hervorrief. Gebaut wurde er dennoch, aber Brennstäbe hat er nie gesehen. So gibt es dort nun mit dem Kernwasserwunderland einen Vergnügungspark. Aber Kalkar ist mehr wie ein Atomkraftwerk, was nie ans Netz ging. Ein schöner mittelalterlicher Ort, welcher um 1500 seine Blütezeit erlebte. Das Rathaus aus dieser Zeit steht noch heute. Ebenso steht hier die größte Mühle des Niederrheins, die Stadtwindmühle am Hanselaertor. Wer diese betritt, hat eine wunderschöne Brauanlage vor Augen.

  • Braukunst NRW: Geilings Bräu - Nestor Braukunst NRW: Geilings Bräu - Nestor

    Das Dong Open Air ist ein tolles familiäres Festival für die Freunde der metallischen Musik und über die Grenzen hinaus bekannt. Benannt ist dieses Festival nicht nach der englischen Bezeichnung für ein männliches Körperteil, sondern nach der Dong, einer Landschaftsinsel zwischen Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort. Hier in der Dong befindet sich die Abraumhalde Norddeutschland, auf dessen Gipfel jedes Jahr im Juli handgemachter Musik gelauscht und die entsprechenden Bands dazu abgefeiert werden. Den Metalheads wird nachgesagt besonders durstig zu sein. Daher sind die Organisatoren des Festivals bemüht den Fans neben normalen Bieren ein ordentliches Festivalbier zu kredenzen.

Schreibe einen Kommentar

Avatare bereitgestellt durch Gravatar.com

Ich respektieren den Schutz Ihrer Daten! Um eine Verbindung mit Facebook herzustellen und meine Seite zu sehen klicken Sie auf den Button unter diesem Text. Dadurch werden Daten an Facebook übermittelt! Weitere Infos dazu finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Inhalt aktivieren

logo small

Kontakt

E-Mail: info@bier-aus-nrw.de
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Datenschutzerklärung Verstanden!