Mittwoch, 29 März 2017 06:01

fleuther, Geldern

Die Niers ist hier am Niederrhein ein zum Paddeln sehr beliebter Fluss. Mit etwa zwei Kilometern pro Stunde schlängelt sich der Flachlandfluss über eine Länge von etwa 100 km durch den Niederrhein, bis er in den Niederlanden in die Maas mündet. Flösse und Paddelboote sind stets auf der Niers unterwegs. Wenngleich man sich beim Paddeln ausschließlich auf dem Wasser befindet macht es recht durstig. Sich die ein oder andere Hopfenkaltschale für den Ausflug einzupacken ist daher durchaus sinnvoll. Den nötigen Durstlöscher kann man jetzt quasi von einem Nebenfluss der Niers bekommen, der Gelderner Fleuth. Denn nach ihr ist das fleuther benannt, welches im Dezember des vergangenen Jahres das Licht der Welt erblickte.

Nach einigen Jahren des Hobbybrauens entschieden sich der gebürtiger Niederrheiner Oliver Stöcker sowie seine Berliner Freundin Sylvana Westphal im vergangenen Jahr dazu ihr Bier im Nebenerwerb auf den Markt zu bringen. Da beide an der Gelderner Fleuth wohnen, haben sie ihr Bier auch kurzerhand nach dieser benannt. Derzeit verfügen die Beiden noch nicht über eine Brauanlage in entsprechender Größe, daher werden die Biere bei befreundeten Brauereien gebraut.

fleuther 01Die eigene Brauanlage ist jedoch bereits in Planung und für das vierte Quartal des laufenden Jahres angedacht. Eine eigene Abfüllanlage sowie ein Kühlraum sollen bereits vorher kommen. Pro Sud werden dann 200 Liter gebraut. Für die Umsetzung des Projekts hat man sich in die Räumlichkeiten einer ehemaligen Bäckerei eingemietet. Während das ehemalige Ladenlokal weiterhin als Verkaufsraum dient, immerhin findet heute schon regelmäßig ein Werksverkauf statt, wird in der ehemaligen Backstube die Brauerei entstehen.
Geldern bekäme so nach fast 50 Jahren wieder eine eigene Brauerei, was immer eine schöne
Entwicklung für eine Stadt ist. Die letzte Brauerei in Geldern, die Brauerei Aengenheyster aus dem Stadtteil Kapellen, schloss im Jahre 1969 ihre Tore.
Wenngleich man derzeit noch auf andere Brauereien angewiesen ist, dem Brauprozess wohnt man dennoch bei, abgefüllt und etikettiert wird ebenfalls in eigener Handarbeit. Das EINS, ein Pils und das erste Bier von Fleuther, wird in Duisburg vom Brauhaus Urfels gebraut. Das zweite Bier, OPA für Olis Pale Ale, von Walter Bräu aus Wesel‐Büderich.
Beide Biere kommen derzeit in Geldern gut an, so werden pro Monat insgesamt etwa 15 hl verkauft. Im Laufe der Zeit sollen weitere Biere hinzukommen, auch mit Holzchips wird experimentiert. In Kürze kommt ein Oatmeal Stout in den Verkaufsraum, welches gemeinsam mit dem Brauhaus Urfels aus Duisburg kreiert und gebraut wurde. Von diesem wird ein Teil abgezweigt um es auf zwei verschiedene Holzchips reifen zu lassen.
Um den Transport der Biere bei einem Werksverkauf nach hause zu erleichtern hat man eigene Getränkekisten aus Holz entworfen. Diese werden von den Caritas Werkstätten Niederrhein in Rheinberg produziert.

fleuther 04Wer es mal nicht zu den regelmäßig stattfindenden Werksverkäufen schafft ist auch beim TrinkGut oder Edeka in Geldern gut aufgehoben. Auch einige Restaurants haben das fleuther bereits in ihre Getränkekarte aufgenommen.
Man darf gespannt sein wie sich das fleuther am Niederrhein entwickelt. Auf jeden Fall kann man den Beiden viel Glück und Erfolg sowie allzeit Gut Sud wünschen. In jeder Stadt sollte doch mindestens eine Brauerei vorhanden sein. Also liebe Gelderner, trinkt mehr fleuther, dann werdet Ihr demnächst wieder mit Bier aus Eurer Stadt versorgt.

 

Ostwall 49
47608 Geldern

www.fleuther.de

Ähnliche Artikel

  • Craftbeer Corner Coeln, Köln Craftbeer Corner Coeln, Köln

    Köln ist in erster Linie natürlich für sein Kölsch bekannt. Böse Zungen behaupten gar, es würde hier nichts anderes getrunken. Stimmt natürlich nicht. So manche alteingesessene Brauerei braut neben Kölsch selbstverständlich noch weitere Biere, welche ebenfalls gerne getrunken werden. Wem das aber nicht reicht, der oder die ist im Craftbeer Corner Coeln mit seiner beeindruckenden Bierauswahl gut aufgehoben.

  • Hausbrauerei "Zum Schlüssel", Düsseldorf Hausbrauerei "Zum Schlüssel", Düsseldorf

    Viele Städte hatten in früheren Zeiten Stadtmauern, so natürlich auch Düsseldorf. Um den Warenverkehr zu erleichtern gab es an den verschiedensten Stellen Stadttore, welche über Nacht jedoch geschlossen waren. Die Schlüssel hierzu wurden in einem zum Stadttor benachbarten öffentlichen Gebäude aufbewahrt. So kam es das in Düsseldorf der Schlüssel in einer Gaststätte aufbewahrt wurde, der heutigen Hausbrauerei „Zum Schlüssel“.

  • Hensen Brauerei & Brauprojekt 777 - Old England IPA Hensen Brauerei & Brauprojekt 777 - Old England IPA

    Fuck Brexit. So steht es auf der Rückseite. Die einen wünschen sich gerade nichts anderes, verteidigen ihn scheinbar bis aufs Messer. Andere wiederum wollen ihn zügig ins Gegenteil verkehren. Und vielleicht mag ihn in einiger Zeit niemand mehr wahrhaben wollen. Wir werden es sehen, die Zeit wird es wahrscheinlich zeigen.
    Ähnlich vielleicht mit dem New England IPA, denn auch dies steht auf dem rückseitigen Etikett: „Fuck New England IPA“. Ebenso steht geschrieben: „This is an Old England IPA. From Lower Rhein for the old Europe“ Hier gibt es vielerlei Interpretationsmöglichkeiten. Vielleicht hat es mit den vielen Trends innerhalb der IPA-Welt zu tun. Einige wenden sich mittlerweile gelangweilt ab, andere wiederum sehen in den verschiedensten IPA-Variationen eine Offenbarung. Es muß immer alles neu sein, aber darf es auch mal alt sein? Wer weiß wo die Reise durch die IPA-Welt noch hingehen wird, welche Trends kommen und gehen. Wie dem auch sei, wenn wir über Trends aus der Welt der IPA’s reden, gilt es sich daran zu beteiligen und einen neuen Trend zu erschaffen: das Old England IPA! Es lebe das Alte. Dieser IPA-Typ sollte hier am Niederrhein natürlich besonders gut gehen. Jede Brauerei hier am „Lower Rhein“ die was auf sich zählt hat ein Altbier im Programm. Da könnte man doch einfach mal ein New England IPA auf die niederrheinische Art brauen, quasi eine Vermählung eines Altbieres mit einem New England IPA. Z.B. etwas Röstgerste mit in den Sud werfen, und heraus kommt ein Old England IPA. Interpretation hin, Interpretation her, das Bier gehört ins Glas!

  • Blue Cat, Erftstadt-Lechenich Blue Cat, Erftstadt-Lechenich

    Der Ort Lechenich, südwestlich von Köln im Rhein-Erft-Kreis gelegen, kann auf eine recht lange Geschichte zurückblicken. Ein Gräberfeld aus der Jungsteinzeit wurde hier gefunden, dessen Grabbeigaben der Großgartacher Kultur zuzuordnen sind. Ob auch vergorene Getränke zu den Beigaben gehörten ist leider nicht überliefert. Heute besticht der 1969 zu Erftstadt eingemeindete Ort, welcher bereits 1279 die Stadtrechte erhielt, mit einem wunderschönen historischen Ortskern mit allerlei denkmalgeschützen Gebäuden. Wenn man in der Achse der beiden erhaltenen alten Stadttore sowie dem alten Rathaus steht, kann man die Geschichte quasi einatmen. Eine Wanderung durch Lechenich lohnt sich. Bevor man den Ort jedoch wieder verlässt, sollte man es nicht versäumen sich zu stärken, idealerweise in der einzigen Brauerei der Stadt, dem Blue Cat.

Schreibe einen Kommentar

Avatare bereitgestellt durch Gravatar.com

Ich respektieren den Schutz Ihrer Daten! Um eine Verbindung mit Facebook herzustellen und meine Seite zu sehen klicken Sie auf den Button unter diesem Text. Dadurch werden Daten an Facebook übermittelt! Weitere Infos dazu finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Inhalt aktivieren

logo small

Kontakt

E-Mail: info@bier-aus-nrw.de
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Datenschutzerklärung Verstanden!