Donnerstag, 23 November 2017 12:35

Isendorfer Hausbrauerei, Emsdetten

Direkt an der Ems in Westfalen liegt die Stadt Emsdetten. Die Umgebung der 36.000 Einwohner zählenden Stadt lädt zu allerhand Unternehmungen ein. Pättkes-Touren sind hier sehr beliebt, das Radeln auf kleinen Wirtschaftswegen. Auch kann man hier wunderbar Wandern oder mit dem Pferd unterwegs sein. Ebenso befindet sich hier die letzte handbetriebene Fähre, die Bockholter Emsfähre. Wer Bewegung sucht wird sie hier finden, und dabei an vielen Einkehrmöglichkeiten vorbeikommen. Wie zum Beispiel der Isendorfer Hausbrauerei.


Isendorfer 002Um das Jahr 1200 vor Christus siedelten hier die ersten Menschen, urkundlich erwähnt wird Emsdetten erstmals im Jahr 1178. Nicht viel jünger ist der Hof der heutigen Isendorfer Hausbrauerei, dessen Bauern sich auf einer Steuerliste aus dem dreizehnten Jahrhundert wiederfinden. Etwa bis zum Ende des vergangenen Jahrhunderts wurde hier Ackerbau und Viehzucht betrieben. Im Jahr 1987, während einer ertragsschwachen Phase der Landwirtschaft, wurde der Kuhstall in ein Bauerncafe umgebaut. Zunächst als Nebenerwerb, entpuppte sich das Cafe jedoch als lohnenswerte Idee. So entwickelte sich der Bauernhof nach und nach in einen Gastronomiebetrieb um. Heute besteht der Hof aus Schankraum, Biergarten, Festsälen und sogar Ferienwohnungen. Und seit dem Jahr 2009 hat der Bierliebhaber allen Grund hier vorbeizuschauen, denn da wurde die Brauerei errichtet. Eine kupferne BrauKon sowie Gär- und Lagertanks lassen das Herz höher schlagen, durch große Fenster auf beiden Seiten der Brauerei hübsch anzusehen.
Aber dennoch wird der Acker weiterhin bearbeitet. In erster Linie wird hier Gerste und Mais als Viehfutter angebaut und dabei großen Wert auf die Fruchtfolge gelegt. Weder möchte man den Boden auslaugen, noch durch Gülle oder chemischen Dünger langfristig unbrauchbar machen bzw. das Grundwasser beeinträchtigen.
Geführt wird der Betrieb von den beiden Brüdern Andre und Dirk Diekmann. Andre ist Brau- und Malzmeister, Dirk Biersommelier. Der Vater kümmert sich auch im Rentenalter noch um den Ackerbau.
Isendorfer 003Etwa zwölf verschiedene Biere werden hier das Jahr über gebraut, vom Pils über Pale Ale, Weizen bis zum Stout. Einige Biere sind das ganze Jahr über verfügbar, andere saisonal. Vier Zapfhähne stehen für die Biere im Restaurant bereit. Ca. 400 hl kommen so im Jahr zusammen. Und dabei soll es auch erstmal bleiben. Handwerk wird in der Isendorfer Brauerei groß geschrieben. Würde man wachsen wollen, müsste man auf eine vollautomatische Brauanlage umstellen. Möchten die Brüder aber nicht. So gibt es das Isendorfer Bier ausschließlich hier frisch vom Fass. Im ausgesuchten Bierhandel ist es auch als Flaschenbier erhältlich, hört dort jedoch auf den Namen Brauartium. Gebraut werden die Biere vom Braumeister oder auch vom Auszubildenden, der hier nicht nur das Handwerk zum Brauer und Mälzer erlernt, sondern sich gleichzeitig noch zum Koch ausbilden lässt.
Die Basismalze für die Biere werden in Bioqualität von der Familie Lang von Rhön Malz geliefert, einige Spezialmalze kommen von Weyermann. Die Biere sind unfiltriert und müssen grundsätzlich auf Zusatzstoffe verzichten. Jedes Bier bekommt die Reifezeit die es benötigt. Die schönen Holzkisten werden von den Ledder Werkstätten aus Tecklenburg geschreinert.
Hier kann man im Übrigen nicht einfach nur die münsterländer Küche genießen mit dem passenden Bier dazu, auch Brauereibesichtigungen sowie Bierseminare werden angeboten.

Restaurant & Isendorfer Hausbrauerei
Isendorf 49
48282 Emsdetten

Öffnungszeiten:
Mittwoch  - Samstag: ab 14 Uhr
Sonn- und Feiertags: ab 10 Uhr
Montag + Dienstag: Ruhetag

www.isendorfer.de

Ähnliche Artikel

  • Craftbeer Corner Coeln, Köln Craftbeer Corner Coeln, Köln

    Köln ist in erster Linie natürlich für sein Kölsch bekannt. Böse Zungen behaupten gar, es würde hier nichts anderes getrunken. Stimmt natürlich nicht. So manche alteingesessene Brauerei braut neben Kölsch selbstverständlich noch weitere Biere, welche ebenfalls gerne getrunken werden. Wem das aber nicht reicht, der oder die ist im Craftbeer Corner Coeln mit seiner beeindruckenden Bierauswahl gut aufgehoben.

  • Hausbrauerei "Zum Schlüssel", Düsseldorf Hausbrauerei "Zum Schlüssel", Düsseldorf

    Viele Städte hatten in früheren Zeiten Stadtmauern, so natürlich auch Düsseldorf. Um den Warenverkehr zu erleichtern gab es an den verschiedensten Stellen Stadttore, welche über Nacht jedoch geschlossen waren. Die Schlüssel hierzu wurden in einem zum Stadttor benachbarten öffentlichen Gebäude aufbewahrt. So kam es das in Düsseldorf der Schlüssel in einer Gaststätte aufbewahrt wurde, der heutigen Hausbrauerei „Zum Schlüssel“.

  • Hensen Brauerei & Brauprojekt 777 - Old England IPA Hensen Brauerei & Brauprojekt 777 - Old England IPA

    Fuck Brexit. So steht es auf der Rückseite. Die einen wünschen sich gerade nichts anderes, verteidigen ihn scheinbar bis aufs Messer. Andere wiederum wollen ihn zügig ins Gegenteil verkehren. Und vielleicht mag ihn in einiger Zeit niemand mehr wahrhaben wollen. Wir werden es sehen, die Zeit wird es wahrscheinlich zeigen.
    Ähnlich vielleicht mit dem New England IPA, denn auch dies steht auf dem rückseitigen Etikett: „Fuck New England IPA“. Ebenso steht geschrieben: „This is an Old England IPA. From Lower Rhein for the old Europe“ Hier gibt es vielerlei Interpretationsmöglichkeiten. Vielleicht hat es mit den vielen Trends innerhalb der IPA-Welt zu tun. Einige wenden sich mittlerweile gelangweilt ab, andere wiederum sehen in den verschiedensten IPA-Variationen eine Offenbarung. Es muß immer alles neu sein, aber darf es auch mal alt sein? Wer weiß wo die Reise durch die IPA-Welt noch hingehen wird, welche Trends kommen und gehen. Wie dem auch sei, wenn wir über Trends aus der Welt der IPA’s reden, gilt es sich daran zu beteiligen und einen neuen Trend zu erschaffen: das Old England IPA! Es lebe das Alte. Dieser IPA-Typ sollte hier am Niederrhein natürlich besonders gut gehen. Jede Brauerei hier am „Lower Rhein“ die was auf sich zählt hat ein Altbier im Programm. Da könnte man doch einfach mal ein New England IPA auf die niederrheinische Art brauen, quasi eine Vermählung eines Altbieres mit einem New England IPA. Z.B. etwas Röstgerste mit in den Sud werfen, und heraus kommt ein Old England IPA. Interpretation hin, Interpretation her, das Bier gehört ins Glas!

  • Blue Cat, Erftstadt-Lechenich Blue Cat, Erftstadt-Lechenich

    Der Ort Lechenich, südwestlich von Köln im Rhein-Erft-Kreis gelegen, kann auf eine recht lange Geschichte zurückblicken. Ein Gräberfeld aus der Jungsteinzeit wurde hier gefunden, dessen Grabbeigaben der Großgartacher Kultur zuzuordnen sind. Ob auch vergorene Getränke zu den Beigaben gehörten ist leider nicht überliefert. Heute besticht der 1969 zu Erftstadt eingemeindete Ort, welcher bereits 1279 die Stadtrechte erhielt, mit einem wunderschönen historischen Ortskern mit allerlei denkmalgeschützen Gebäuden. Wenn man in der Achse der beiden erhaltenen alten Stadttore sowie dem alten Rathaus steht, kann man die Geschichte quasi einatmen. Eine Wanderung durch Lechenich lohnt sich. Bevor man den Ort jedoch wieder verlässt, sollte man es nicht versäumen sich zu stärken, idealerweise in der einzigen Brauerei der Stadt, dem Blue Cat.

Schreibe einen Kommentar

Avatare bereitgestellt durch Gravatar.com

Ich respektieren den Schutz Ihrer Daten! Um eine Verbindung mit Facebook herzustellen und meine Seite zu sehen klicken Sie auf den Button unter diesem Text. Dadurch werden Daten an Facebook übermittelt! Weitere Infos dazu finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Inhalt aktivieren

logo small

Kontakt

E-Mail: info@bier-aus-nrw.de
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Datenschutzerklärung Verstanden!