Montag, 03 Juni 2019 22:10

Hensen Brauerei & Brauprojekt 777 - Old England IPA

Fuck Brexit. So steht es auf der Rückseite. Die einen wünschen sich gerade nichts anderes, verteidigen ihn scheinbar bis aufs Messer. Andere wiederum wollen ihn zügig ins Gegenteil verkehren. Und vielleicht mag ihn in einiger Zeit niemand mehr wahrhaben wollen. Wir werden es sehen, die Zeit wird es wahrscheinlich zeigen.
Ähnlich vielleicht mit dem New England IPA, denn auch dies steht auf dem rückseitigen Etikett: „Fuck New England IPA“. Ebenso steht geschrieben: „This is an Old England IPA. From Lower Rhein for the old Europe“ Hier gibt es vielerlei Interpretationsmöglichkeiten. Vielleicht hat es mit den vielen Trends innerhalb der IPA-Welt zu tun. Einige wenden sich mittlerweile gelangweilt ab, andere wiederum sehen in den verschiedensten IPA-Variationen eine Offenbarung. Es muß immer alles neu sein, aber darf es auch mal alt sein? Wer weiß wo die Reise durch die IPA-Welt noch hingehen wird, welche Trends kommen und gehen. Wie dem auch sei, wenn wir über Trends aus der Welt der IPA’s reden, gilt es sich daran zu beteiligen und einen neuen Trend zu erschaffen: das Old England IPA! Es lebe das Alte. Dieser IPA-Typ sollte hier am Niederrhein natürlich besonders gut gehen. Jede Brauerei hier am „Lower Rhein“ die was auf sich zählt hat ein Altbier im Programm. Da könnte man doch einfach mal ein New England IPA auf die niederrheinische Art brauen, quasi eine Vermählung eines Altbieres mit einem New England IPA. Z.B. etwas Röstgerste mit in den Sud werfen, und heraus kommt ein Old England IPA. Interpretation hin, Interpretation her, das Bier gehört ins Glas!


OEIPA 002aWie sieht nun so ein Old England IPA aus, und vor allem, wie schmeckt es?
Rein optisch gibt es keinen Unterschied zu einem NEIPA. Im Farbton ein Orange mit einem leichten Braunstich, und wie man es von einem NEIPA kennt, äußerst trüb. Beim Anblick des Bierglases fühlt man sich an einen Fruchtsaft erinnert. Die beigefarbene und anfangs recht kräftige Schaumkrone fällt mit mittlerer Geschwindigkeit zusammen.
In der Nase zeigt sich das OEIPA anfangs genauso wie man es vielleicht von einem NEIPA erwarten würde. Denn hier steht der Hopfen im Mittelpunkt. Ein tropischer Obstkorb vielerlei Früchte kommt hier einem entgegen, ebenso auch grasige sowie harzige Töne.
Im Gaumen wartet vielleicht eine Überraschung, denn das Bierchen zeigt sich zunächst recht leicht. Der Hopfen nimmt sich ein wenig Zeit, um sich erst später voll zu entfalten. Der Malzkörper hält den Hopfen bislang gut in Schach, er steigert sich langsam, Getreide und Hafer dominieren, etwas Röstmalz gesellt sich hinzu. Ab dem Mittelteil spielt dann der Hopfen seine Rolle aus. Ein tropischer Fruchtsaft nimmt die Geschmacksknospen in Beschlag. Er wirkt spritzig und erfrischend. Bei einem heißen Sommertag mag man das Glas nicht mehr absetzen. Harz und auch ein wenig Gras gesellen sich hinzu. Der Abschied gestaltet sich wie der Einstieg, überraschend leicht. Man erwartet vielleicht eine ordentliche Bittere. Weit gefehlt, ganze fünf Bittereinheiten hat der edle Tropfen. Es fühlt sich mehr an. Trocken wirkt der Fruchtsaft ebenfalls, und erinnert auch ein wenig an ein Altbier.
OEIPA 003a Ist es nun meine Heimat der Niederrhein oder meine Liebe zum Altbier die mir einen entsprechenden Charakter auf die Zunge zaubert? Ich weiß es nicht, fakt ist aber, dass mich das OEIPA ab dem Mittelteil auch ein wenig an ein Altbier erinnert.
Bei fünf Bittereinheiten wird natürlich eher wenig Hopfen für die Bittere verwendet. Der meiste Teil, stolze 10 kg Amarillo und Callista, wurden zum Stopfen verwendet. Da wären wir dann wieder beim New England IPA, Altbiere werden ja eher selten gestopft.

Das Old England IPA aus dem Hause Brauprojekt 777 aus Voerde-Spellen sowie der Hensen Brauerei aus Mönchengladbach ist eine limitierte Auflage. Wer es probieren möchte, ranhalten!

Dieses Bierchen war keine kostenlose Produktprobe, ich habe es selbst bezahlt. Weder erwarte noch erhalte ich irgendeine Gegenleistung für diese Beschreibung! Beschreibungen wie diese sind eh nur Einzelmeinungen.

 

 

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